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PERSON

Christina Pufé

Zwischen Erdung und Ausdruck

Werk & Mensch

Christina Pufé verbindet eine erdige, pragmatische Haltung mit künstlerischer Sensibilität. Als studierte Betriebswirtin arbeitete sie rund fünfzehn Jahre als Managerin bei Siemens in München. Die Stadt erlebte sie als urbanen Raum mit ländlicher Seele – lebendig, vielfältig und lange ein geschätzter Lebensmittelpunkt. Schließlich zog es sie dorthin, wo Farben, Licht und Jahreszeiten unmittelbarer erfahrbar sind.

Weite als Haltung

Im Starnberger Seenland fand sie einen besonders inspirierenden Resonanzraum: Landschaften, Stimmungen und wechselnde Atmosphären prägen seither ihr künstlerisches Arbeiten. Ruhe, Weite und Tiefe werden hier nicht nur sichtbar, sondern bilden den stillen Hintergrund ihres malerischen Ausdrucks.

Malerei als sinnliche Übersetzung von Licht, Farbe und Form

Malen versteht sie als unmittelbare Übersetzung von Wahrnehmung in Materie. Licht wird als Temperatur erfahrbar, Farbe als Stimmung, Form als Spannung. Pigment, Bewegung und Rhythmus verbinden sich zu einem physischen Arbeitsprozess — einem Denken mit der Hand, in dem Qualität konkret und sinnlich greifbar wird.

Wo Gegensätze zur inneren Ordnung werden

Ihr Werk zeigt eine ausgeprägte Sensibilität für räumliche und soziale Kontexte, die sie ähnlich differenziert wahrnimmt wie Landschaften. Übergänge, Rhythmen und Spannungsfelder werden sichtbar gemacht. Diese Fähigkeit, zwischen Gegensätzen — etwa Stadt und Land, Tradition und Moderne — zu vermitteln, prägt die innere Struktur ihrer Arbeiten.

Schönheit als Motiv, nicht als Dekor

Zentrale Motive ihres künstlerischen Arbeitens sind das sinnlich Erfahrbare wie “Materialität”, Präsenz und die bewusste Wertschätzung des Greifbaren. Schönheit, Harmonie und Genuss erscheinen dabei nicht als Dekor = sie sind vielmehr bereits Ausdruck einer ästhetischen Ordnung. Texturen, Farben, Formen und Atmosphären werden als verkörperte Erfahrung erfahrbar.

Ästhetik als funktionale Raumgestaltung

Ein wesentlicher Bestandteil ihres Schaffens ist die Entwicklung von Kunst im Dialog mit konkreten Räumen. Diese werden intuitiv erfasst und in ihrer Wirkung analysiert. Ihre Arbeiten reagieren darauf mit einer Bildsprache, die Balance und Stimmigkeit unterstützt. Ästhetik wird so als funktionale Dimension verstanden: als Mittel, Räume zu klären, zu stabilisieren, lichter, freier, atmender, frischer zu machen, sie schafft den Spannungsbogen von flämischen Klassiker, bayerischer Folklore zu postmoderner Exzentrik.

Kennzeichnend für die Künstlerin und ihr Werk:

Kunst im Dialog mit Raum und Atmosphäre

Räume lesen, Atmosphäre gestalten

Zwischen Raumwirkung und Bildstruktur

Bildräume im Dialog mit Architektur

Balance und Stimmigkeit im räumlichen Kontext

Malerei als räumliche Intervention

Ästhetik als Mittel der Raumerfahrung

Vom Raum zur Bildsprache

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Die Familiengeschichte als Inspiration

Malen als künstlerischer Ausdruck hat in der Familie Pufé eine lange Tradition. Bereits ihre Mutter, Brigitte Pufé, geborene Heim, widmete sich der Malerei, erkannte jedoch früh, dass ihre eigentliche Begabung weniger im Atelier als im Unternehmertum lag – wo sie sich als ebenso entschlossen wie erfolgreich erwies. Auch in ihrer väterlichen Linie findet sich diese Spur: Oskar Salomon Heim, Bauingenieur und technischer Zeichner, stand in einer genealogischen Verbindung zur Kunst, die noch weiter zurückreicht. Sein Vater, Luitpold Heim, war Kirchenmaler und Mitglied der Königlichen Akademie der Künste in München. Ein Zeugnis seines Schaffens ist der abgebildete Wandteppich. Die Neigung zum künstlerischen Ausdruck ist somit Teil einer gewachsenen familiären Kontinuität – eine schöpferische Linie, die sich über vier Generationen hinweg entfaltet hat.

Alte Meister Inspirationsquelle für die Moderne

Pieter Bruegel der Ältere und der Jüngere, Rembrandt und Vermeer stehen für sehr unterschiedliche, zugleich aber verwandte Weisen, die Welt malerisch zu durchdringen – genau darin liegt ihre mögliche Bedeutung als Inspirationsquellen für Christina Pufés künstlerisches Arbeiten.

Bei den Brueghels begegnet man einem wachen Blick für das menschliche Leben in seiner Alltäglichkeit. Landschaft, Gemeinschaft und Handlung werden als vielschichtige Erzählräume gestaltet. Diese Aufmerksamkeit für Atmosphäre, soziale Szenen und das Unspektakuläre als Träger von Bedeutung korrespondiert mit einem malerischen Interesse an Stimmungen und situativen Momenten, die mehr andeuten als erklären.

Rembrandt steht für eine intensive Auseinandersetzung mit Licht, Körper und innerer Präsenz. Seine Bilder wirken weniger wie Abbilder als wie Verdichtungen menschlicher Erfahrung. Ein solcher Zugang kann als Impuls verstanden werden, Malerei nicht nur als Darstellung äußerer Formen zu begreifen, sondern als Mittel, emotionale und psychologische Tiefe sichtbar zu machen.

Vermeer wiederum verkörpert eine stille Konzentration auf Raum, Licht und Augenblick. Seine reduzierte, präzise Bildsprache verwandelt alltägliche Situationen in kontemplative Szenen. Diese Sensibilität für Lichtführung und ruhige Verdichtung findet eine Parallele in einem Arbeiten, das Atmosphäre und innere Sammlung über dramatische Effekte stellt.

Moderne trifft Erdung

© 2026 - Christina Pufé

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